Na endlich. Im August erschien ihr Album in Schweden, da hießen sie nur Serenades. Da sollte die Platte „Criminal Heaven“ auch nur ein schönes Nebenprojekt der beiden guten Stockholmer Freunde Adam Olenius (Shout Out Louds) und Markus Krunegård sein. Seitdem ist ein großes US-Label auf den Plan getreten und wollte die Platte im Januar groß international rausbringen. Deswegen traf ich die zwei im Dezember vor ihrem Auftritt bei den BR Open. Seitdem wurde die VÖ mehrfach geschoben, aus dem Namen Serenades wurde We Are Serenades. Diesen Freitag nun steht endlich offiziell auch bei uns ihr Album in den Läden, also macht es endlich Sinn, unser Interview zu posten. read more »
dies ist das Albumcover, in case you were wondering
Knapp unter 3 Minuten ist ja angeblich die Länge des perfekten Popsongs, aber ich glaube nicht, das 2:54 sich deshalb so genannt haben. Ihr Debütalbum besteht schließlich aus Songs ohne Popknall, aus Songs, die eher unterschwellig vor sich hin brodeln, so wie eine Flamme unter einem Teppich. Man weiß, wenn diese Flamme erst ausbricht, verschlingt sie das Zimmer, aber noch tut sie’s nicht, sondern sie ist nur diese schwelende, flackernde Drohung. Genau dieses Gefühl vermitteln 2:54s Songs. Mir gefällt’s.
2:54 sind die Schwestern Hannah und Colette Thurlow aus London, ihr Album kommt am 08.06. und für meinen Geschmack ist “Sugar” definitiv ein Highlight der Platte, auch wenn man – für meinen Geschmack – bei dieser Live-Version die Gitarren (aber auch Bass und Drums) erheblich fetter in den Mix hätte mischen sollen. Und ja, sie klingen nach Curve, aber nach Curve darf man klingen.
The Whip aus Manchester und ihre Dancefloor-Burner wie “Trash”, “Divebomb” oder “Sister Siam” waren aus dem Atomic-Set eine Zeitlang überhaupt nicht wegzudenken. Als dann letzten September ihr zweites Album “Wired Together” erschien, ist das aber regelrecht untergegangen. Vielleicht, weil kein Video dazu im Netz kursierte? Zur aktuellen Single-Auskopplung “Movement” gibt’s jetzt eins. Na, schauen wir doch mal, ob das das Album nachträglich ankurbelt. So richtig schön indie-tanzbar ist der Song jedenfalls.
Vier Singles, vier Hits. Was für eine Quote, Urban Cone aus Stockholm! Wie wollt ihr DAS beibehalten? Egal, “Kings And Queens” ist wieder SO ein Knallbonbon. Und jetzt auch mit Video. Kids these days!
Aha, ein neues Video der Citizens! Auf “Caroline” franzferdinanden sie mal wieder ganz extrem, aber das wussten wir schon, bekanntlich hat ja auch Alex Kapranos das Album produziert. Der Refrain (“Stop Making Sense…”) ist natürlich ein Verweis auf die Talking Heads – aber war das Jahr, in dem alle auf die Talking Heads verwiesen, nicht 2005?
Ich habe einen Luftsprung gemacht, als ich auf dem Tisch des Kollegen das Album „The Soul Of Spain“ sah. Etwa DIE Spain?!?! Was war das für eine wunderbare Band in den späten 90s! Ihr seliger, aufgeräumter Zeitlupenblues hat mich lange begleitet…
Andererseits, wie das manchmal so ist, war mir ihre Trennung und Abwesenheit nie wirklich aufgefallen. Spain und die staubige Stimme ihres Kopfes Josh Haden nun wieder zu hören, das war deshalb, als fände man auf einem Wäschehaufen im Speicher eine Lieblingsjacke, deren Fehlen man nie bemerkt hatte. Als träfe man eine alte Freundin, die man aus den Augen verloren hat. Hach. Die Gelegenheit, bei Josh Haden – Sohn von Jazz-Bassist Charlie Haden und Bruder der Drillinge Petra, Rachel und Tanya Haden (That Dog, The Rentals und und und…) – anzurufen, ließ ich mir natürlich nicht entgehen. read more »
Mal ein Tipp abseits der Musik… Ich kann mich ja außer für Indie und Sechzig auch für britische Comedy begeistern. Meine Favoriten sind The Mighty Boosh, aber die haben ja nun schon recht lange nichts mehr von sich hören lassen. Zwar gab es im Frühjahr die neue Solo-Show von Noel Fielding, aber die ist noch nicht auf DVD zu haben und ich weigere mich, davon youtube-Clips anzugucken. Ich will es mir noch nicht kaputt machen und mich darauf freuen, es dann im Ganzen zu sehen!
Neu aber in meinem Regal: “This Is Jinsy”, eine Serie, die letzten Herbst im UK auf dem Sender Sky Atlantic lief. Die Show ist durchgeknallt genug, um als Boosh-Methadon herhalten zu können.
Auch hier haben wir’s mit einem Duo zu tun. Die zwei Schreiber und Hauptdarsteller heißen Chris Bran und Justin Chubb. Ihre Kreation ist so absurd wie Monthy Python, so abstrus wie The Boosh und geprägt von einer Beknacktheit, die ihre ganz eigene ist.
Das Ganze spielt auf der Insel Jinsy, die man am besten mit ihrer Nationalhymne vorstellt:
Auf Jinsy gibt es u.a. die Hochzeitslotterie, die Ool-Fledermaus, einen Schweine-Postservice und einen Talentwettbewerb, bei dem ein Hund entscheidet. Es wird (wie bei The Boosh) immer mal wieder gesungen, und oft sind diese Songs die Highlights. Letztlich ist das Ganze sowohl herrlich albern als auch sonderlich und surreal. Mich hat diese erste Staffel (eine neue wurde in Auftrag gegeben und soll 2013 auf der Insel gezeigt werden) so richtig schön amüsiert – und mir mit dem “Onion Song” den Ohrwurm der Woche beschert.
Sieh an, Paris gibt’s auch noch. Die hatte ich ziemlich aus den Augen verloren, dabei war dieses Stockholmer Girl/Boy/Synth-Quartett damals als eine der wenigen Bands gleich auf beiden Åtömström-Samplern vertreten, die ich damals (Ende 2004 bzw 2005) mit dem Atomic Café veröffentlichen durfte. Diese neue Single “Say It” klingt bissiger als das, was ich von damals kenne…